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Aktuellste Themen aus der Gesundheitsforschung:

 

Die Haut als Salzspeicher

Zu viel Salz ist ungesund! Schon seit Jahren empfehlen Forscher und Ärzte einen moderaten Salzkonsum, da zu salziges Essen vermutlich eine negative Wirkung auf die Gesundheit hat. Unter anderem scheint eine hohe Salzmenge im Körper zu Bluthochdruck zu führen, wobei die genauen Mechanismen allerdings noch unbekannt sind. Vermutet wird, dass Salz zunächst im Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird und von dort in die Zellen des Körpers transportiert, oder aber in Zellzwischenräumen deponiert wird. Je mehr Salz dort gespeichert wird, desto mehr Salz gelangt davon ins Blut und dies erhöht das Blutvolumen. Der Körper reagiert darauf mit der Verengung der Blutgefäße als Gegenmaßnahme, wodurch das Herz vermehrt Arbeiten muss – es entsteht Bluthochdruck.
Der genaue Zusammenhang zwischen dem Salzgehalt der Nahrung und Bluthochdruck ist allerdings weitaus komplizierter. Neueste Forschungsergebnisse lassen nun zum Beispiel Schlüsse zu, dass die Haut eine wichtige Rolle in diesem Mechanismus spielt.
Salz spaltet sich im Blut in Natriumionen und Chloridionen auf. Die Haut kann offenbar die Natriumionen aus dem Blut aufnehmen. In der Haut werden bei sehr salzhaltiger Nahrung vermehrt GAG-Moleküle gebildet, welche negativ geladen sind. Die Natriumionen des Salzes indes sind positiv geladen, wodurch sich die beiden Stoffe zusammenlagern. Das Besondere an diesem Mechanismus ist, dass dafür kein Wasser in die Haut gepumpt werden muss, wie es bei den bisher bekannten Speichermechanismen der Fall ist.
Makrophagen – eigentlich spezielle Zellen des Immunsystems – produzieren daraufhin in salzreicher Haut zwei verschiedene Proteine, Ton EPB und VEGF-C. Diese Proteine sorgen dafür, dass insgesamt mehr und dickere Lymphgefäße gebildet werden. Somit könnte das Salz über Lymphe und Blut in die Nieren transportiert und ausgeschieden werden.
Bisher wurde dieser Mechanismus nur an Labortieren untersucht, jedoch gibt es zahlreiche Hinweise, dass ähnliche Prozesse auch beim Menschen ablaufen. Wurde bei den Labortieren die Bildung der genannten Proteine Ton EPB und VEGF-C unterbunden, so entwickelten die Tiere im Verlauf weniger Wochen einen deutlichen Bluthochdruck.
Die Haut hat somit eine ausgleichende Funktion bei der Salzspeicherung und das Immunsystem ist an der Regulierung der Salzspeicher beteiligt. Aber vollständig ist damit das Ausmaß eines hohen Salzgenusses als gesundheitlicher Risikofaktor noch nicht geklärt. Fest steht allerdings, dass ein moderater Salzkonsum nicht ungesund ist.

Quellen:
Blood Purification 26, 95 – 99 (2008)
Nature Medicine online, Veröffentlichung vom 3.Mai 2009

 

Häufigkeit des Diabetes Typ-1 steigt an

Diabetes, die Zuckerkrankheit, kann in zwei verschiedenen Formen auftreten – Typ 1 und Typ 2. Diabetes Typ-1 beginnt meist in der Jugend und ist eine Folge der Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen. Diabetes Typ-2 betrifft meist ältere Menschen und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Gerade diese Form des Diabetes ist in Bezug auf Anstieg der Krankheitsfälle und Zusammenhängen zur Fettsucht gut untersucht.
Neueste Forschungsergebnisse zeigen nun, dass  die Häufigkeit des Diabetes Typ-1 in Europa in den vergangenen Jahren zugenommen hat und voraussichtlich weiterhin zunehmen wird. Die Anzahl der Neuerkrankungen stieg demnach im Zeitraum von 1989 und 2003 um durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr an. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei Kindern unter 5 Jahren, welcher überdurchschnittlich bei 5,4 Prozent pro Jahr lag.
Studien auf anderen Kontinenten stützen diese Ergebnisse, so dass Forscher auch bei dem Diabetes Typ-1 mittlerweile von einer Epidemie sprechen.
Die genauen Gründe für den Anstieg dieser Diabetesform sind indes noch unklar. Der rasche Anstieg macht genetische Risikofaktoren als Ursache eher unwahrscheinlich. Daher suchen Forscher nach möglichen Ursachen in den veränderten Lebensbedingungen der Kinder, wie etwa das früh ansteigende Gewicht bei Kindern, die höhere Rate an Kaiserschnittgeburten sowie die geringere Anzahl an durchgemachten Infektionskrankheiten.

Quelle:
The Lancet, Online Publikation vom 28. Mai 2009






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