|
|
Rosmarin

Bild-Quelle: Kremer, Bruno P.; Institut für Biologie und ihre
Didaktik; Universität zu Köln; 1995-1997 |
- Name:
- Rosmarin
- Botanischer Name:
- Rosmarinus officinalis
- Englischer Name:
- Rosemary
-
- Familie:
- Lippenblütler (Lamiaceae)
- Herkunft:
- Mittelmeergebiete
-
- Hauptanbauländer:
- USA, Mexiko, England und der
- gesamte Mittelmeerraum
- Heilwirkung:
- Wirkt krampflösend, anregend, gegen
Blähungen, niedrigen Blutdruck,
nervöse Herzbeschwerden, nervöse Kreislaufbeschwerden,
rheumatische und neuralgische Beschwerden,
schwache Menstruation, Schwäche und Erschöpfungszustände,
Verdauungsstörungen, Wechseljahrsbeschwerden, sowie bei
hartnäckigen Hautausschlägen
- Verwendeter Teil der Pflanze:
- Blätter
-
- Inhaltsstoffe:
- Ätherische Öle (Terpene: Cineol, Borneol, Campher, Bornylacetat,
Terpineol), Gerbstoff, Flavonoide, Glycolsäure, Bitterstoffe, Saponine, Harz,
Vitamin C
- Allgemeine Infos:
- Bei der Dosierung von Rosmarin ist Vorsicht geboten, da der Geschmack sonst
zu intensiv werden würde. Rosmarin ist auch als Rosmarinöl erhältlich
und in zahlreichen Parfüms und Kosmetika zu finden. Vorrangig dient Rosmarin
als Küchengewürz, eignet sich jedoch auch sehr gut als Zierpflanze,
da sie bunte Blüten entwickelt.
-
- Herkunft des Pflanzennamens:
-
- Rosmarínus <Rosmarin>: lat. ros marinus <Rosmarin,
R. officinalis> (seit Plaut.; Plin. 24,99 f.), auch in den Formen marinus ros
(Hor.), ros maris (Ov.) und einfach ros (Verg. georg. 2,213), daneben ros marinus
<eine Sippe der Doldenblütler (Plin. 24,101; bei Georges gedeutet als
die heute schlecht zu identifizierende <Nußdolde, Cachrys libanotis L.>).
Die Benennung des Rosmarins gehört primär zu lat. ros, Gen. roris <der
Tau> und marinus <Meeres-> (zu mare, Gen. maris <Meer>, vgl. ros
maris); doch findet sich nirgends (auch nicht bei Walde-Hofm. 2,442 oder in den
bot. Handbüchern) ein Ansatz zur Erklärung dieser doch merkwürdigen
Benennung, die wörtlich genommen eine Lehnübersetzung von gr. thalássia
drósos <Meerwasser> (Eurip.) darstellt, während der Rosmarin
selbst gr. libanotís (Theophr. h. pl. 9,11 u. a.) heißt. Dieser gr.
Name geht, wie im Artikel Libanotis dargestellt, vom Vergleich des stark aromatisch
duftenden, auch als Weihrauchersatz zu kultischen Zwecken genutzten Rosmarinöls
(Lex. Biol. 7,189 f.) mit dem Weihrauch (gr. líbanos. auch Name des Weihrauchbaums
selbst, Herod. 4,75) aus; ferner meint gr. libanotís kachryphóros
(Nik. Ther. 850) eine gleichermaßen duftende Sippe der Doldenblütler,
von der auch bei Plin. die Rede ist. (...) Auch für das Epitheton marinus
hat es nicht an Erklärungsversuchen gefehlt; dafür könnte immerhin
angeführt werden, daß der Rosmarin besonders häufig auf den Inseln
Dalmatiens vorkam (bzw. noch wächst) und sein Öl vielleicht von dort
bezogen wurde. - In Anbetracht dieser schwierigen Erklärungslage wird auch
an eine volksetymol. Entstehung von lat. ros marinus gedacht, so bei Wi. 772 als
Umbildung aus gr. *rhops mýrinos <Balsamstrauch>, bei Ziegler 4,1460
aus ähnlichem rhops mýrios (zu rhops <niedriges Strauchholz, Gesträuch>
und einer vermeintlichen Ableitung von gr. mýron < wohlriechender Pflanzensaft
(Myrrhe), daraus hergestellte Salben und Öle>); nur existierten keine
solchen gr. Adjektive. Korrekterweise wäre gr. rhops mýrrinos anzusetzen,
zu gr. mýrrinos, mýrsinos < Myrten-; myrtenartig> und weiter
zu mýrtos <Myrte>. Somit ergäbe sich ein Vergleich von Rosmarin
und Myrte im Hinblick auf das gemeinsame Vorkommen im Hartlaubgebüsch der
mediterranen Macchien, der ledrigen, immergrünen Laubblätter und deren
Gehalt an ätherischen, auch zu Heilzwecken genutzten Ölen. Bemerkt sei
noch, daß in Deutschland erst im 16. Jh. der Myrtenkranz den Rosmarin als
traditionellen Brautschmuck verdrängt hat.
(Aus: Genaust, 2005, S. 543)
officinális (Althaea, Anchusa, Asparagus, Calendula, Cochlearia
usw.). <offizinell>: es fällt auf, daß dieses heute sehr häufige
Artepitheton vorlinn. zu fehlen scheint und daß selbst der Zusatz officinarum
(s. d.) recht selten ist, z. B. bei Melilotus Officinarum Germaniae, C. Bauhin,
Pinax 331 (= M. officinalis). Tatsächlich handelt es sich um einen sehr jungen
Begriff, der erst zu LINNÉS Zeiten aufkam und z. B. in Frankreich (frz.
officinal) erst bei N. Lémery, Dictionnaire des drogues (1733), auf-tritt
(die Bedeutung von frz. officine <Labor; Apotheke > ist sogar erst 1812
belegt; Dauzat 507).
(Aus: Genaust, 2005, S. 543)
-
-
- Pub Med:
-
- Abstrakt
- Rosmarin
-
-
-
-
- Literatur:
-
- Vermeulen, N. Kräuter Enzyklopädie (S. 252). Nebel Verlag GmbH,
Eggolsheim
-
- Genaust, H. (2005). Etymologisches Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen.
3. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel, Schweiz
Internet:
-
- http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Rosm_off.html
- http://www.heilkraeuter.de/lexikon/rosmarin.htm
Weiterführende Literatur:
- Asi, H. (1988): Gewürze als Arzneimittel
- Dressendörfer, W. (2003): Blüten, Kräuter und Essenzen. –
Thorbecke. Ostfildern
- Glatzl, H. (1968): Die Gewürze. Ihre Wirkungen auf den gesunden und kranken
Menschen
- Richardson, Mervyn [Hrsg.]; Gangolli, Sharat [Hrsg.]. The Dictionary of Substances
and their effects. - Royal Society of Chemistry. Cambridge
- Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen. – Agrimedia. Bergen,
Dumme
... zurück zum
Anfang der Seite
|