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F. Schulte, L. Mehler, K. Klein
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Warum ist die Ernährung ein Thema bei Osteoporose?
Selbstmord mit Messer und Gabel Risikofaktoren Ursachen oft in Kindheit und Jugend |
Wie wir ständig aus den Medien erfahren können, hat sich unser Lebensstandard in den letzten 100 Jahren immer weiter erhöht, andererseits ist unser Ernährungsverhalten gesundheitsschädigender geworden. Offensichtlich hängt es mit der Zusammensetzung unserer Nahrung zusammen, dass sich mancherlei Gesundheitsprobleme oder gar -schäden ergeben.
Um zu verstehen, wie es zu einer solchen Fehlernährung kommen konnte, muss man in der Evolution des Menschen soweit zurückgehen, als sich unser Stoffwechsel an die damaligen Gegebenheiten einzustellen begann. Das Nahrungsangebot war knapp und der Mensch nahm, was er bekommen konnte. Aus dieser Situation ist der Stoffwechsel "evolviert", auch wenn sich die Situation heute für den Menschen zumindest in der westlichen Welt völlig verändert hat. Nahrung steht im Überfluss zur Verfügung, hinzu kommen Angebote aus fremdländischer Produktion, auf die die Menschen verschiedener Kulturkreise nicht im gleichen Maße eingestellt sind.
In all diesen Fällen ist eine rasche Umstellung der Ernährung unter gleichzeitiger Therapie des begleitenden Krankheitsbildes unerlässliche Voraussetzung, um ein Auftreten oder Fortschreiten der Osteoporose zu verhindern.
Wie wir heute wissen, erkranken Menschen mit geringerer Knochenmasse im Alter häufiger an Osteoporose als solche, die bereits im Jugendalter ein hohes Maß an Knochensubstanz haben ansetzen können. Das bedeutet, dass es sich bereits in Kindheit und Jugend entscheidet, ob ausreichend Knochenmasse aufgebaut wird, oder ob der Knochen nur unzureichend mineralisiert ist. Hier liegt der Ausgangspunkt für eine mögliche Osteoporose. Fehler, die in jungen Jahren gemacht werden, können dann beim Erwachsenen nicht mehr ausgeglichen werden und im Alter mit Eintritt einer Osteoporose allenfalls gemildert werden.
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Die Geschichte der Osteoporose
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Noch bis etwa in die frühen 80er Jahre dieses Jahrhunderts spielte die Osteoporose im medizinischen Sprachgebrauch eine untergeordnete Rolle. Obwohl bereits auf alten Scherenschnitten aus Märchen die Gestalt der Hexe mit gebeugtem Rücken und allen charakteristischen Symptomen bekannt war, heute als typische Osteoporosepatientin zu bezeichnen, wurde das Krankheitsbild nie direkt umschrieben. Erst mit dem Aufkommen von Untersuchungen zur Knochendichte in den USA wurde das Krankheitsbild auch in den westlichen Ländern populär. Nachdem direkte hormonelle Zusammenhänge herausgearbeitet worden waren, stellte sich die Frage nach möglichen Auslösern oder Verstärkern der Krankheit. Diese waren nicht zuletzt auch in einer mangelnden Mineralstoffversorgung im Kindesalter zu sehen, verbunden mit unzureichender oder übertriebener körperlicher Aktivität.
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Wozu benötigt der Körper Calcium?
Der tägliche Calciumbedarf Calciumpräparate |
Calcium ist ein lebensnotwendiges Mineral für unseren Körper. Herz, Muskeln Nervensystem, Blutgerinnung und Knochen sind seine wichtigsten Wirkorte. Etwa 99 % des Gesamt-CaIciums sind im Knochengewebe festgelegt.
Um eine ausreichende Versorgung mit Calcium zu gewährleisten, muss je nach Lebensalter und Geschlecht eine bestimmte Menge Calcium über die Nahrung aufgenommen werden. Folgende Empfehlungen wurden dabei ausgesprochen:
Generell kann gesagt werden, dass eine Calciumzufuhr von 800 - 1000 mg pro Tag den Bedarf des Organismus an diesem Mineral deckt. Besonders gefährdeten Personengruppen wird sogar eine Dosis von 1500 mg Calcium pro Tag angeraten.
Auch der naheliegende Schluss, mit Hilfe von Calciumpräparaten ein mögliches Calciumdefizit auszugleichen, ist nicht vorbehaltlos zu unterstützen. Zum einen können verschiedene Stoffwechselerkrankungen bei einer zu hohen Calciumzufuhr auftreten, zum anderen verschiebt sich durch den Einsatz von Calciumpräparaten das Verhältnis der Mineralstoffe und Spurenelemente zueinander. Es gilt beispielsweise als wahrscheinlich, dass Calcium und Magnesium den gleichen Aufnahmemechanismus haben. Durch ein Überangebot an Calcium wird also die Aufnahme von Magnesium behindert. All dies gilt es bei der Einnahme von Calciumtabletten zu bedenken.
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Weitere wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente
Phosphatreiche Lebensmittel Fluoridreiche Lebensmittel Der tägliche Magnesiumbedarf Magnesiumreiche Lebensmittel Vitamin D-reiche Lebensmittel |
Neben dem Calcium spielen eine Reihe weiterer Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente eine Rolle bei der Gesunderhaltung des Knochens. Phosphat
Phosphat stellt neben Calcium den Hauptbestandteil des mineralisierten Knochens dar. Die täglich erforderliche Zufuhr liegt bei 1500 mg Phosphat pro Tag, wird aber von vielen Menschen weit überschritten. Dadurch verschiebt sich das Calcium-Phosphat-Gleichgewicht, was negative Auswirkungen auf die Knochengesundheit haben kann. Gerade Softdrinks, allen voran Cola, enthalten viel Phosphat als Konservierungsmittel und stehen unter dem Verdacht, Kohlenhydrate die Calciumresorption zu behindern.
Fluorid
Fluorid nimmt unter den Mineralstoffen eine besondere Stellung ein, da es direkt auf den Knochenstoffwechsel einwirkt. Fluorid steigert die Aktivität knochenaufbauender Zellen, während knochenabbauende Zellen gehemmt werden.
Magnesium
Magnesium ist essentieller Bestandteil verschiedener Gewebe und Körperflüssigkeiten. Da Magnesium am Knochenstoffwechsel beteiligt ist, muss in dieser Hinsicht auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden. Untersuchungen an Osteoporosepatienten haben eine verringerte Magnesiumresorptionsfähigkeit gezeigt. Es wird vermutet, dass ein Magnesiummangel durch eine Osteoporose bedingt sein kann.
Unter der Berücksichtigung, dass Magnesium auf verschiedene Weise in den Knochenstoffwechsel eingreift und unter dem Aspekt, dass Calcium und Magnesium wahrscheinlich den gleichen Resorptionsmechanismus haben, sollte bei der Ernährung nicht einseitig auf die Zufuhr von Calcium Wert gelegt werden. Dies ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu beachten, da in der Wachstumsphase der Magnesiumbedarf erhöht ist.
Neben den aufgeführten Mineralstoffen haben auch Jod, Zink und Kupfer ebenfalls einen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Von daher sollte eine ausreichende Versorgung mit diesen Mineralien ebenfalls sichergestellt werden. Vitamin A
Dieses Vitamin ist an der Bildung des organischen Knochengerüstes beteiligt. Ein Mangel kann die Form der Knochen verändern, so dass diese bei geringerem Calciumgehalt dicker werden. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitamin A wird durch 0,6 mg pro Tag erreicht. Vitamin C
Vitamin C-Mangel begünstigt eine Osteoporose. Da Vitamin C dieses Vitamin maßgebend an der Kollagensynthese des Knochengerüstes beteiligt ist, die wiederum die Einlagerung der Mineralbestandteile, also der festen Bestandteile des Knochens sicherstellt, führt ein Mangel zu einem erhöhten Osteoporoserisiko. Gleichzeitig verbessert Vitamin C die Bioverfügbarkeit des Calciums, es kann also leichter vom Organismus verwendet werden. Vitamin D
Im Knochenstoffwechsel ist Vitamin D für die Absorption des Calciums an die organischen Strukturen des Knochens verantwortlich. Darüber hinaus unterstützt es die Rückresorption des Calciums aus den Nieren und damit dessen Bereitstellung für den Knochenstoffwechsel.
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Lebensmittel mit Einfluss auf die Knochengesundheit
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Auch andere Lebensmittelinhaltsstoffe haben direkte Auswirkungen auf die Knochengesundheit, insbesondere auf die Resorbierbarkeit des Calciums. Oxalsäure
Oxalsäure, die vor allem in Lebensmitteln wie Mangold, Spinat, Rhabarber oder Kakao enthalten ist, bindet das Calcium, welches dadurch nicht vorn Körper aufgenommen werden kann. Obwohl Mangold und Spinat einen große Menge Calcium enthalten, kann dieses Calcium in Verbindung mit der Oxalsäure nicht vom Körper genutzt werden. Phytat
Phytat, das vornehmlich in Vollkornmehlen vorhanden ist, bindet ähnlich wie die Oxalsäure Calcium, so dass es nicht im Darm resorbiert werden kann. Fettsäuren
Langkettige, ungesättigte Fettsäuren, wie sie in pflanzlichen Ölen sowie in Fischöl vorkommen, binden ebenfalls Calcium, so dass es nicht mehr für den Körper verfügbar ist. Proteine
Überhöhter Fleischkonsum, wie er heutzutage in weiten Bevölkerungskreisen der reichen Industrieländer gepflegt wird, führt zu einer erhöhten Calciumausscheidung mit dem Urin. Vor allem die besonders gefährdete Altersgruppe der postmenopausalen Frauen weist die höchste Proteinaufnahmerate durch Fleisch auf. Kochsalz
Bei der Bevölkerungsgruppe der postmenopausalen Frauen führt eine übermäßige Kochsalzaufnahme mit der Nahrung zu einer erhöhten Calciumausscheidung mit dem Urin. Da ein zu hoher Kochsalzverbrauch bei dem überwiegenden Teil der postmenopausalen Frauen üblich ist, gilt es hier, die Verwendung von Kochsalz zu reduzieren. Kaffee
Untersuchungen haben ergeben, dass ein hoher Kaffeekonsum die Calciumausscheidung erhöht und zu einer negativen Calciumbilanz führen kann. Da ein erhöhtes Risiko allerdings erst bei einem Kaffeekonsum von vier oder mehr Tassen täglich auftritt, ist es empfehlenswert und leicht umsetzbar, diese Grenze nicht zu überschreiten. Alkohol
Der chronische und übermäßige Genuss von Alkohol erhöht nachgewiesenermaßen das Risiko einer Osteoporose bei beiden Geschlechtern. Als Ursache dafür wird zum einen ein toxischer Effekt des Alkohols auf den Knochenstoffwechsel vermutet. Zum anderen wird bei erhöhtem Alkoholkonsum häufig eine ausgewogene Ernährung vernachlässigt. Zudem wird bei einer eingeschränkten Leberfunktion der Knochenstoffwechsel negativ beeinflusst.
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Wie zeigt sich eine mangelhafte Ernährung?
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Eine absolut zuverlässige Vorbeugung der Osteoporose ist bis heute unbekannt. Allerdings kann man das Risiko durch geeignete Maßnahmen, nicht zuletzt im Ernährungsbereich, deutlich reduzieren.
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Vorbeugung/Prävention
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ungesunde |
Calcium ist der entscheidende Bestandteil in unserer Nahrung zur Osteoporoseprävention. Eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Calcium ist deshalb langfristig bedeutsam für die Erhaltung der Knochenmasse.
In Fällen, wo eine ausreichende Calciumversorgung durch die normale Nahrung nicht mehr gewährleistet werden kann (z.B. bei einer Lactoseintoleranz), ist eine zusätzliche Calciumzufuhr über Calciumtabletten, sog. Supplements, empfehlenswert.
Weitere Maßnahmen zur Osteoporoseprophylaxe sind durch die Ernährung möglich. Überreichlicher Fleischverzehr und "Softdrinks" wie Cola-Getränke, sowie mit Phosphaten konservierte Lebensmittel sind zu vermeiden, um eine Phosphatüberflutung des Körpers zu verhindern. Zudem wirkt sich eine übermäßige Proteinzufuhr durch höhere Calciumausscheidung negativ auf die Calciumbilanz aus. Auch die Kochsalzzufuhr sollte bei postmenopausalen Frauen eingeschränkt werden, genauso wird empfohlen, oxalsäurereiche Lebensmittel nur bedingt oder zeitlich getrennt von Speisen mit reichhaltigem Calciumanteil zu verzehren.
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