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F. Schulte, L. Mehler, K. Klein

Osteoporose - Ernährung
Arbeitsmaterialien in Theorie und Praxis für Lehrer, Kursleiter und Dozenten


    Theorie
  • Warum ist die Ernährung ein Thema bei Osteoporose?
  • Die Geschichte der Osteoporose
  • Wozu benötigt der Körper Calcium?
  • Weitere wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente
  • Lebensmittel mit Einfluss auf die Knochengesundheit
  • Wie zeigt sich mangelhafte Ernährung?
  • Vorbeugung/Prävention
  • Literatur
  • Adressen

    Praxis

  • Lernziele
  • Verlaufsplanung 1. Teil
  • Verlaufsplanung 2. Teil
    Folien
  • Ernährung - ein Thema bei Osteoporose
  • Calciumhaushalt
  • Calcium-Versorgungslage
  • Wege zur Calciumbedarfsdeckung
  • Nährstoffe mit Bedeutung für den Knochenstoffwechsel
  • Einteilung der wichtigsten Substanzen/Nährstoffe
  • Zusammenfassung

    Informationsblätter
  • Wissenswertes über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Osteoporose
  • Calciumquellen
  • Substanzen/Nährstoffe mit Einfluss auf die Knochengesundheit
  • Nährstoffquellen mit Einfluss auf den Knochen
    Arbeitsblätter
  • 14 Fragen zum Thema 'Osteoporose'
  • Ein ganz normaler Speiseplan
  • Zum lückenlosen Wissen über Osteoporose und Ernährung ...
  • Osteoporose-Rätsel

    Die Lösungen
  • 14 Fragen zum Thema 'Osteoporose'
  • Ein ganz normaler Speiseplan
  • Zum lückenlosen Wissen über Osteoporose und Ernährung ...
  • Osteoporose-Rätsel

Warum ist die Ernährung ein Thema bei Osteoporose?






Selbstmord
mit
Messer und Gabel




























Risikofaktoren















Ursachen oft in
Kindheit und
Jugend
 

Wie wir ständig aus den Medien erfahren können, hat sich unser Lebensstandard in den letzten 100 Jahren immer weiter erhöht, andererseits ist unser Ernährungsverhalten gesundheitsschädigender geworden. Offensichtlich hängt es mit der Zusammensetzung unserer Nahrung zusammen, dass sich mancherlei Gesundheitsprobleme oder gar -schäden ergeben.
Nach einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums verursachen ernährungsabhängige Erkrankungen jährlich Kosten von über 100 Milliarden DM. Vorwiegend handelt es sich dabei um Erkrankungen des Herzens, Bluthochdruck (Hypertonie) und Stoffwechselerkrankungen, zu denen auch die Osteoporose zählt.

Um zu verstehen, wie es zu einer solchen Fehlernährung kommen konnte, muss man in der Evolution des Menschen soweit zurückgehen, als sich unser Stoffwechsel an die damaligen Gegebenheiten einzustellen begann. Das Nahrungsangebot war knapp und der Mensch nahm, was er bekommen konnte. Aus dieser Situation ist der Stoffwechsel "evolviert", auch wenn sich die Situation heute für den Menschen zumindest in der westlichen Welt völlig verändert hat. Nahrung steht im Überfluss zur Verfügung, hinzu kommen Angebote aus fremdländischer Produktion, auf die die Menschen verschiedener Kulturkreise nicht im gleichen Maße eingestellt sind.
Leider ist nicht allein die Nahrungsmenge ausschlaggebend für eine gesunde Ernährung, sondern auch die Nahrungszusammensetzung. Auch wenn es sich komisch anhört, aber qualitativ immer besser werdende Produkte der heimischen Landwirtschaft und exotische Importe aus anderen Ländern lassen den Körper Gefahr laufen, sich durch Fehlernährung zu schädigen.
Der Normalbürger führt sich langfristig gesehen ein zu hohes Maß an Fetten, Zucker und Eiweißen zu (Ernährungsbericht der DGE).
Folgeerkrankungen sind vor allem Übergewicht, zu hoher Blutdruck, Arterienverkalkung, Diabetes und Gicht.
Die übliche Nahrungszusammenstellung der westlichen Industrienationen kann also als ungesund und Auslöser vieler Zivilisationskrankheiten angesehen werden. An Grundnahrungsmitteln mangelt es zwar nicht, wohl aber an den für den Knochenaufbau wichtigen Mineralstoffen.
Hinzu kommt, dass eine unausgewogene Kost oft zu Verdauungsstörungen führen kann, die verhindern, dass die Nahrungsbestandteile auch in den Körper aufgenommen werden. Eine andauernde Fehlernährung belastet nämlich die Verdauungsorgane und damit den Stoffwechsel. Die Folge sind Erkrankungen, die sich manchmal erst im Laufe der Zeit herausbilden. Eine Verschlechterung der Nahrungsverwertung mit Mangelzuständen ist die Folge. Mangelernährung begünstigt nicht nur die Entstehung einer Osteoporose, sondern auch viele andere Krankheiten.
Besonders risikoreich für ein Auftreten der Osteoporose sind in diesem Zusammenhang:

  • Darmentzündungen, allergische Darmreaktionen, Darmoperationen
  • Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Leberleiden
  • Blutzuckerkrankheit

    In all diesen Fällen ist eine rasche Umstellung der Ernährung unter gleichzeitiger Therapie des begleitenden Krankheitsbildes unerlässliche Voraussetzung, um ein Auftreten oder Fortschreiten der Osteoporose zu verhindern.
    Neben dieser Mangelernährung führen viele Menschen - vor allem Frauen - aufgrund eines übertriebenen Schlankheitsideals immer wieder Schlankheitskuren mit sehr einseitiger Ernährung durch, die dann ebenfalls Mangelzustände hervorrufen können. Hinsichtlich der Osteoporose muss man heute davon ausgehen, dass ein Normalgewicht oder sogar ein leichtes Übergewicht der Knochengesundheit am zuträglichsten ist.
    Obwohl uns aus Presse und Fernsehen diese Zusammenhänge in immer wiederkehrender Folge vor Augen geführt werden, ist noch eine große Überzeugungskraft zu leisten, um zu einer körpergerechten Nahrungszusammenstellung zu kommen.
    Die Grundlagen sind ja oft bereits in Kindheit und Jugend zu suchen. Eine mangelnde Zufuhr von Mineralien verhindert, dass der Körper auch seine optimalen Möglichkeiten ausnutzen kann, um zu einem gesunden Knochengerüst zu kommen.

    Wie wir heute wissen, erkranken Menschen mit geringerer Knochenmasse im Alter häufiger an Osteoporose als solche, die bereits im Jugendalter ein hohes Maß an Knochensubstanz haben ansetzen können. Das bedeutet, dass es sich bereits in Kindheit und Jugend entscheidet, ob ausreichend Knochenmasse aufgebaut wird, oder ob der Knochen nur unzureichend mineralisiert ist. Hier liegt der Ausgangspunkt für eine mögliche Osteoporose. Fehler, die in jungen Jahren gemacht werden, können dann beim Erwachsenen nicht mehr ausgeglichen werden und im Alter mit Eintritt einer Osteoporose allenfalls gemildert werden.
    Eben hierbei sind die Mineralstoffe von entscheidender Bedeutung. Da im Alter gerade die Mineralien im Zuge einer Osteoporose vermehrt dem Knochen entzogen werden, ist es sinnvoll, über die Ernährung eine große Menge Mineralien schon frühzeitig in die Knochen einzulagern. Einfach formuliert: je mehr Mineralien im Körper angesammelt sind, umso länger dauert es, bis ein kritischer Wert erreicht ist, bei dem es zu Mangelerscheinungen kommt. Allerdings werden bei der derzeitigen durchschnittlichen Lebenserwartung Menschen mit einem kräftigen Knochenbau diesen kritischen Wert nicht mehr erleben.
    Mineralstoffe spielen bei unseren Ernährungsüberlegungen häufig eine untergeordnete Rolle. Man geht einfach davon aus, dass eine Mischkost uns ausreichend mit allen entscheidenden Nahrungsbestandteilen versorgt. Das ist in den meisten Fällen zutreffend, muss aber, wie das Beispiel Jod zeigt nicht immer so sein. In einigen Regionen bildet Jod eine Mangelsubstanz in der Ernährung, der Körper gerät in ein Defizit und wehrt sich dagegen mit Kropfbildung.
    Das für das Skelett notwendige Mineral Calcium wie auch das Phosphat standen dagegen stets in ausreichender Menge bereits unseren frühen Vorfahren zur Verfügung. Der Körper stellte sich in der frühen Entwicklung der Menschheit auf diese Situation ein und verlangt damit auch heute noch eine ausreichende und ausgeglichene Mineralversorgung. Anders aber ist es um die Ernährung in unserer Zeit bestellt. Phosphat ist in zu hohem Maße vorhanden, Calcium hingegen zu wenig in der Nahrung vertreten.

  • Die Geschichte der Osteoporose

     

    Noch bis etwa in die frühen 80er Jahre dieses Jahrhunderts spielte die Osteoporose im medizinischen Sprachgebrauch eine untergeordnete Rolle. Obwohl bereits auf alten Scherenschnitten aus Märchen die Gestalt der Hexe mit gebeugtem Rücken und allen charakteristischen Symptomen bekannt war, heute als typische Osteoporosepatientin zu bezeichnen, wurde das Krankheitsbild nie direkt umschrieben. Erst mit dem Aufkommen von Untersuchungen zur Knochendichte in den USA wurde das Krankheitsbild auch in den westlichen Ländern populär. Nachdem direkte hormonelle Zusammenhänge herausgearbeitet worden waren, stellte sich die Frage nach möglichen Auslösern oder Verstärkern der Krankheit. Diese waren nicht zuletzt auch in einer mangelnden Mineralstoffversorgung im Kindesalter zu sehen, verbunden mit unzureichender oder übertriebener körperlicher Aktivität.
    Erste medikamentöse Therapieansätze taten sich auf, nachdem man bei Bergarbeitern in Fluoridlagerstätten in England Ende der ausgehenden 50er Jahre entdeckt hatte, dass diese Knochenwucherungen an den Enden der Gliedmaßen aufwiesen. Man schloss daraus, dass offenbar Fluorid einen Knochenaufbau bewirkt und damit therapeutisch bei Knochenschwund einzusetzen wäre.
    Heute wird die Osteoporose mit verschiedenen Therapieansätzen bekämpft; ein wesentlicher Ansatz ist die Gesundheitsberatung hinsichtlich geeigneter Ernährungsgewohnheiten.

    Wozu benötigt der Körper Calcium?





















    Der tägliche
    Calciumbedarf









































    Calciumpräparate
     

    Calcium ist ein lebensnotwendiges Mineral für unseren Körper. Herz, Muskeln Nervensystem, Blutgerinnung und Knochen sind seine wichtigsten Wirkorte. Etwa 99 % des Gesamt-CaIciums sind im Knochengewebe festgelegt.
    Für die Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Funktionen ist ein konstanter Blut-CaIcium-Pegel erforderlich, wobei ein optimal eingespieltes Regelsystem dafür sorgt, dass Calcium für die lebenswichtigen Prozesse stets in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Der Knochen bildet dabei mit seinem hohen Anteil an Calcium ein sicheres Reservoir. Wird für lebenserhaltende Prozesse wie Muskeltätigkeit, Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion oder Blutgerinnung Calcium benötigt und steht dieses in der Blutbahn nicht ausreichend zur Verfügung, greift der Organismus auf seine Reserven im Knochen zurück.
    Für den Knochen wiederum ist Calcium ein wichtiger Baustein seiner Elementarstruktur. Zusammen mit anderen Mineralien, wie dem Phosphat, ist es für dessen Festigkeit und Widerstandsfähigkeit verantwortlich.
    Damit wird klar, dass der Knochen nicht nur Stütz- und Schutzfunktionen in unserem Körper übernimmt, sondern gleichzeitig auch einen wichtigen Speicher für Calcium darstellt.

    Um eine ausreichende Versorgung mit Calcium zu gewährleisten, muss je nach Lebensalter und Geschlecht eine bestimmte Menge Calcium über die Nahrung aufgenommen werden. Folgende Empfehlungen wurden dabei ausgesprochen:

    Alter
    Calciumbedarf (in mg)
    15 - 18 Jahre
    19 - 24 Jahre
    25 - 50 Jahre
    51 - 65 Jahre
    65 und älter
    Schwangere
    Stillende
    1200 mg Calcium
    1000 mg Calcium
    900 mg Calcium
    800 mg Calcium
    800 mg Calcium
    1200 mg Calcium
    1300 mg Calcium
    (Empfehlungen der DGE für die tägliche Calciumzufuhr)

    Generell kann gesagt werden, dass eine Calciumzufuhr von 800 - 1000 mg pro Tag den Bedarf des Organismus an diesem Mineral deckt. Besonders gefährdeten Personengruppen wird sogar eine Dosis von 1500 mg Calcium pro Tag angeraten.
    Wird dem Körper nicht die erforderliche Menge Calcium geliefert, greift er unweigerlich auf das im Knochen enthaltene Calcium zurück. Dabei wird, da Calcium ein Bestandteil des Knochens ist, Knochensubstanz abgebaut. Wird andererseits dem Körper mit der Nahrung ausreichend Calcium zur Verfügung gestellt, kann ein Teil davon wieder in die Knochen eingebaut werden. Dies erfolgt vor allem im Kinder- und Jugendalter, wenn die Knochen noch aufgebaut werden. Die Fähigkeit, Calcium in unseren Körper aufzunehmen, nimmt mit dem Alter immer mehr ab. In der Menopause erfolgt sogar ein schlagartiger Abfall der Calciumaufnahmekapazität.

    Calciumreiche Nahrungsmittel, die keinen zu hohen Phosphatanteil haben
    Nahrungsmittel (100 g)
    Calciumgehalt (in mg)
    Parmesankäse
    Weizentoastbrot
    Bohnen
    Brokkoli
    Grünkohl
    Kohlrabi
    Mohrrüben
    Spinat
    Weißkohl
    Apfelsinen
    Feigen
    Johannisbeeren
    1335 mg
    110 mg
    35 mg
    65 mg
    160 mg
    45 mg
    35 mg
    105 mg
    35 mg
    30 mg
    190 mg
    45 mg

    Auch der naheliegende Schluss, mit Hilfe von Calciumpräparaten ein mögliches Calciumdefizit auszugleichen, ist nicht vorbehaltlos zu unterstützen. Zum einen können verschiedene Stoffwechselerkrankungen bei einer zu hohen Calciumzufuhr auftreten, zum anderen verschiebt sich durch den Einsatz von Calciumpräparaten das Verhältnis der Mineralstoffe und Spurenelemente zueinander. Es gilt beispielsweise als wahrscheinlich, dass Calcium und Magnesium den gleichen Aufnahmemechanismus haben. Durch ein Überangebot an Calcium wird also die Aufnahme von Magnesium behindert. All dies gilt es bei der Einnahme von Calciumtabletten zu bedenken.

    Weitere wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente

















    Phosphatreiche
    Lebensmittel





















    Fluoridreiche
    Lebensmittel

















    Der tägliche
    Magnesiumbedarf

















    Magnesiumreiche
    Lebensmittel
















































    Vitamin D-reiche
    Lebensmittel
     

    Neben dem Calcium spielen eine Reihe weiterer Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente eine Rolle bei der Gesunderhaltung des Knochens.

    Phosphat

    Phosphat stellt neben Calcium den Hauptbestandteil des mineralisierten Knochens dar. Die täglich erforderliche Zufuhr liegt bei 1500 mg Phosphat pro Tag, wird aber von vielen Menschen weit überschritten. Dadurch verschiebt sich das Calcium-Phosphat-Gleichgewicht, was negative Auswirkungen auf die Knochengesundheit haben kann. Gerade Softdrinks, allen voran Cola, enthalten viel Phosphat als Konservierungsmittel und stehen unter dem Verdacht, Kohlenhydrate die Calciumresorption zu behindern.

    Lebensmittel (100 g)
    Phosphatgehalt (in mg)
    Schmelzkäse
    Emmentaler-Käse
    Ölsardinen
    Haferflocken
    Schweineleber
    Schokolade
    Hühnerei
    1000 mg
    600 mg
    430 mg
    390 mg
    360 mg
    240 mg
    190 mg

    Fluorid

    Fluorid nimmt unter den Mineralstoffen eine besondere Stellung ein, da es direkt auf den Knochenstoffwechsel einwirkt. Fluorid steigert die Aktivität knochenaufbauender Zellen, während knochenabbauende Zellen gehemmt werden.
    Die ausreichende tägliche Versorgung mit Fluorid von 1,5 - 4,0 mg wird in der Regel bei normaler Mischkost sichergestellt. Eine Überdosierung kann nur im Rahmen einer Osteoporosetherapie auftreten. Kontrovers wird eine Fluorierung des Trinkwassers diskutiert. Einige Befunde zeigen, dass bei Bevölkerungsgruppen mit hohem Fluoridgehalt im Trinkwasser die osteoporosebedingte Knochenbruchrate niedriger ist als bei solchen ohne Trinkwasserfluorierung. Damit wird dem Fluorid im therapeutischen Ansatz ein hoher Wert in der Prophylaxe der Osteoporose zugeschrieben. Andere Nebenwirkungen und unterschiedliche Expertenmeinungen bei der Festlegung eines Grenzwertes zwischen schädigender und nützlicher Zufuhrmenge haben aber eine flächendeckende Trinkwasserfluorierung bislang nicht zugelassen.

    Lebensmittel (100 g)
    Fluoridgehalt (in µg)
    Ölsardinen
    Aal
    Walnüsse
    Schweineleber
    Bückling
    Butter
    Sojamehl
    Hühnerei
    1600 µg
    690 µg
    680 µg
    290 µg
    260 µg
    130 µg
    110 µg
    100 µg

    Magnesium

    Magnesium ist essentieller Bestandteil verschiedener Gewebe und Körperflüssigkeiten. Da Magnesium am Knochenstoffwechsel beteiligt ist, muss in dieser Hinsicht auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden. Untersuchungen an Osteoporosepatienten haben eine verringerte Magnesiumresorptionsfähigkeit gezeigt. Es wird vermutet, dass ein Magnesiummangel durch eine Osteoporose bedingt sein kann.

    Alter
    Magnesiumbedarf (in mg)
    15 - 18 Jahre
    19 - 65 Jahre
    Schwangere
    Stillende
    400 mg
    350 mg
    300 mg
    375 mg
    (Nach Empfehlungen der DGE)

    Unter der Berücksichtigung, dass Magnesium auf verschiedene Weise in den Knochenstoffwechsel eingreift und unter dem Aspekt, dass Calcium und Magnesium wahrscheinlich den gleichen Resorptionsmechanismus haben, sollte bei der Ernährung nicht einseitig auf die Zufuhr von Calcium Wert gelegt werden. Dies ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu beachten, da in der Wachstumsphase der Magnesiumbedarf erhöht ist.
    Folgende Lebensmittel haben einen hohen Magnesiumanteil:

    Lebensmittel (100 g)
    Magnesiumgehalt (in mg)
    Weizenkleie
    Schokolade
    Haferflocken
    Mais
    Weizenvollkornbrot
    Nudeln
    Heringsfilet
    Fenchel
    Emmentaler Käse
    Schweinefleisch
    Himbeeren
    590 mg
    290 mg
    140 mg
    120 mg
    90 mg
    67 mg
    61 mg
    45 mg
    33 mg
    31 mg
    30 mg

    Neben den aufgeführten Mineralstoffen haben auch Jod, Zink und Kupfer ebenfalls einen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Von daher sollte eine ausreichende Versorgung mit diesen Mineralien ebenfalls sichergestellt werden.

    Vitamin A

    Dieses Vitamin ist an der Bildung des organischen Knochengerüstes beteiligt. Ein Mangel kann die Form der Knochen verändern, so dass diese bei geringerem Calciumgehalt dicker werden. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitamin A wird durch 0,6 mg pro Tag erreicht.

    Vitamin C

    Vitamin C-Mangel begünstigt eine Osteoporose. Da Vitamin C dieses Vitamin maßgebend an der Kollagensynthese des Knochengerüstes beteiligt ist, die wiederum die Einlagerung der Mineralbestandteile, also der festen Bestandteile des Knochens sicherstellt, führt ein Mangel zu einem erhöhten Osteoporoserisiko. Gleichzeitig verbessert Vitamin C die Bioverfügbarkeit des Calciums, es kann also leichter vom Organismus verwendet werden.
    Vor allem ältere Menschen, insbesondere Männer, nehmen in der Regel zu wenig Vitamin C zu sich. Zudem haben Raucher einen höheren Vitamin C-Bedarf als Nichtraucher.

    Vitamin D

    Im Knochenstoffwechsel ist Vitamin D für die Absorption des Calciums an die organischen Strukturen des Knochens verantwortlich. Darüber hinaus unterstützt es die Rückresorption des Calciums aus den Nieren und damit dessen Bereitstellung für den Knochenstoffwechsel.
    Bei ausreichender Exposition des Tageslichtes wird Vitamin D vom Menschen über die Haut hinreichend zur Verfügung gestellt. Es bewirkt u.a. die Resorption von Calcium im Darm und aktiviert die Kollagensynthese des Knochens, einer wichtigen Vorstufe zur Mineralisierung des Knochens.
    Der tägliche Bedarf liegt bei 5 Mikrogramm, die bei gewöhnlicher Sonnenexposition auch erreicht werden. Erst bei ständigem Aufenthalt in Räumen oder unter Großstadtbedingungen (Smogalarm) tritt ein Vitamin D-Mangel auf.
    Mangelerscheinungen sind im Bereich einer möglichen Osteoporose vorwiegend mit einer erniedrigten Blutkonzentration an Calcium und Phosphat verbunden. Chronische Leber- und Nierenerkrankungen können ebenfalls den Vitamin D Stoffwechsel beeinflussen und einen Calciumschwund in den Knochen zur Folge haben.

    Lebensmittel (100 g)
    Vitamin D-Gehalt (in µg)
    Lebertran
    Hering
    Avocado
    Hühnerei
    Champignon
    300 µg
    31 µg
    5 µg
    2,3 µg
    2,0 µg

    Lebensmittel mit Einfluss auf die Knochengesundheit

    Kaffee




    Weinflasche
     

    Auch andere Lebensmittelinhaltsstoffe haben direkte Auswirkungen auf die Knochengesundheit, insbesondere auf die Resorbierbarkeit des Calciums.

    Oxalsäure

    Oxalsäure, die vor allem in Lebensmitteln wie Mangold, Spinat, Rhabarber oder Kakao enthalten ist, bindet das Calcium, welches dadurch nicht vorn Körper aufgenommen werden kann. Obwohl Mangold und Spinat einen große Menge Calcium enthalten, kann dieses Calcium in Verbindung mit der Oxalsäure nicht vom Körper genutzt werden.

    Phytat

    Phytat, das vornehmlich in Vollkornmehlen vorhanden ist, bindet ähnlich wie die Oxalsäure Calcium, so dass es nicht im Darm resorbiert werden kann.
    Bei normaler Ernährung ist die Bedeutung des Phytats zwar gering, allerdings kann bei Menschen, die sich häufig von Müslis oder Milchersatzprodukten auf Sojabasis ernähren, eher ein Calciumdefizit entstehen. Dies kann vor allem bei reinen Vegetariern auftreten, allerdings erst nach längerer Zeit und regelmäßigem Phytatüberangebot.

    Fettsäuren

    Langkettige, ungesättigte Fettsäuren, wie sie in pflanzlichen Ölen sowie in Fischöl vorkommen, binden ebenfalls Calcium, so dass es nicht mehr für den Körper verfügbar ist.

    Proteine

    Überhöhter Fleischkonsum, wie er heutzutage in weiten Bevölkerungskreisen der reichen Industrieländer gepflegt wird, führt zu einer erhöhten Calciumausscheidung mit dem Urin. Vor allem die besonders gefährdete Altersgruppe der postmenopausalen Frauen weist die höchste Proteinaufnahmerate durch Fleisch auf.

    Kochsalz

    Bei der Bevölkerungsgruppe der postmenopausalen Frauen führt eine übermäßige Kochsalzaufnahme mit der Nahrung zu einer erhöhten Calciumausscheidung mit dem Urin. Da ein zu hoher Kochsalzverbrauch bei dem überwiegenden Teil der postmenopausalen Frauen üblich ist, gilt es hier, die Verwendung von Kochsalz zu reduzieren.

    Kaffee

    Untersuchungen haben ergeben, dass ein hoher Kaffeekonsum die Calciumausscheidung erhöht und zu einer negativen Calciumbilanz führen kann. Da ein erhöhtes Risiko allerdings erst bei einem Kaffeekonsum von vier oder mehr Tassen täglich auftritt, ist es empfehlenswert und leicht umsetzbar, diese Grenze nicht zu überschreiten.

    Alkohol

    Der chronische und übermäßige Genuss von Alkohol erhöht nachgewiesenermaßen das Risiko einer Osteoporose bei beiden Geschlechtern. Als Ursache dafür wird zum einen ein toxischer Effekt des Alkohols auf den Knochenstoffwechsel vermutet. Zum anderen wird bei erhöhtem Alkoholkonsum häufig eine ausgewogene Ernährung vernachlässigt. Zudem wird bei einer eingeschränkten Leberfunktion der Knochenstoffwechsel negativ beeinflusst.

    Wie zeigt sich eine mangelhafte Ernährung?

     

    Eine absolut zuverlässige Vorbeugung der Osteoporose ist bis heute unbekannt. Allerdings kann man das Risiko durch geeignete Maßnahmen, nicht zuletzt im Ernährungsbereich, deutlich reduzieren.
    Eine wichtige Präventionsmaßnahme ist die ausreichende Versorgung mit Calcium schon in den frühen Kindheitstagen. Wird in den ersten 25 Lebensjahren mangels ausreichender knochengesunder Ernährung der Aufbau eines stabilen und voll mineralisierten Knochens behindert, kann dieser Mangel im Erwachsenenalter nur noch ungenügend ausgeglichen werden. Ab dem ca. 40. Lebensjahr überwiegen die Abbauprozesse des Knochens, der Körper muss nun von seiner in den ersten 25 Lebensjahren aufgebauten Knochenmasse zehren.
    Da Osteoporose schleichend mit einer Verminderung der Knochenmasse verläuft, zeigen sich die ersten Anzeichen nicht direkt und augenfällig. Erst nach Jahren treten Veränderungen auf, die heute mit modernen Methoden der Radiologie nachgewiesen werden können. Zu diesem Zeitpunkt ist aber schon ein Teil des mineralisierten Knochens abgebaut, so dass mit einer Therapie erst zu diesem recht späten Zeitpunkt begonnen werden kann.

    Vorbeugung/Prävention



    Milch

    Plus

    Käse

    Plus

    ungesunde
    Ernährungs-
    gewohnheiten
    ändern

     

    Calcium ist der entscheidende Bestandteil in unserer Nahrung zur Osteoporoseprävention. Eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Calcium ist deshalb langfristig bedeutsam für die Erhaltung der Knochenmasse.
    Als calciumreiche Nahrungsmittel sind in erster Linie Milch und Molkereiprodukte, wie Quark, Joghurt und Käse zu nennen. Wichtig ist dabei, die calciumreichen Nahrungsmittel in den Nahrungsplan einzubauen und es nicht bei einer einmaligen Zufuhr zu belassen. Empfohlen ist in jedem Fall eine abwechslungsreiche Kost, die den Körper mit genügend Calcium versorgt.

    In Fällen, wo eine ausreichende Calciumversorgung durch die normale Nahrung nicht mehr gewährleistet werden kann (z.B. bei einer Lactoseintoleranz), ist eine zusätzliche Calciumzufuhr über Calciumtabletten, sog. Supplements, empfehlenswert.

    Weitere Maßnahmen zur Osteoporoseprophylaxe sind durch die Ernährung möglich. Überreichlicher Fleischverzehr und "Softdrinks" wie Cola-Getränke, sowie mit Phosphaten konservierte Lebensmittel sind zu vermeiden, um eine Phosphatüberflutung des Körpers zu verhindern. Zudem wirkt sich eine übermäßige Proteinzufuhr durch höhere Calciumausscheidung negativ auf die Calciumbilanz aus. Auch die Kochsalzzufuhr sollte bei postmenopausalen Frauen eingeschränkt werden, genauso wird empfohlen, oxalsäurereiche Lebensmittel nur bedingt oder zeitlich getrennt von Speisen mit reichhaltigem Calciumanteil zu verzehren.
    Des weiteren ist es angebracht, phytatreiches Getreide besser in gegarter Form aufzunehmen und häufig Obst und Gemüse zu essen, um u.a. die Vitamin C-Versorgung sicherzustellen.


    Bad Heilbrunner Gesundheitsdatenbank, www.tee.org