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Heidelbeere

Heidelbeere
Bild-Quelle: Kremer, Bruno P.; Institut für Biologie und ihre Didaktik; Universität zu Köln; 1995-1997

Name:
Heidelbeere
Botanischer Name:
Vaccinium myrtillus LINNÉ
Umgangssprachlicher Name:
Blaubeere
Sonstige, umgangssprachliche Namen:
Schwarzbeere
Schwarze Beere
Bickbeere
Hasenbeere
Mostbeere
Schwarze Besinge
Waldbeere
Heedelbeere
Hällbeere
Heidel
Angelbeere
Mombeere
Mehlbeere

Beschreibung:
Der bis zu 50 cm hohe, kahle, stark verzweigte Strauch, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Die grünen, kantiggeflügelten Zweige tragen eiförmige, zugespitzte, sehr kurz gestielte, am Rand feingesägte Laubblätter. Jedes Zähnchen ist mit einem Drüsenhaar besetzt. In den Blattachseln sitzen die grünlichen bis rötlichen Blüten, an einem nickenden, ca. 5 mm langen Stiel. Der Kelch hat 5 undeutliche, stumpfe Lappen und ist mit dem Fruchtknoten verwachsen. Die kugelig-krugförmige Krone hat 5 kurze, stumpfe, zusammenneigende Zipfel. Fruchtknoten und Griffel werden ringartig von Achsengewebe umschlossen. Auf ihm stehen außer Kelch und Krone die 8 bis 10 vierhörnigen Staubblätter mit kurzen Staubfäden. Die reife Frucht ist blauschwarz, meist bereift und vielsamig.
Blütezeit: April bis August
Sammelgut: Blätter, Früchte
Sammelzeit: Juni bis August

Vorkommen:
Herkunft: Mittel- und Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika
Standort: Wälder, Heiden, Torfmoore, Berghänge

Wirkung:
Die getrockneten Früchte sind aufgrund des Wirkstoffgehalts ein Adstringens (auf Schleimhäute oder Wunden zusammenziehend wirkendes Mittel) und unter Mitbeteiligung der Pektinsubstanzen ein mildes Antidiarrhoikum (Mittel gegen Durchfall). Heidelbeerblätter wirken bei äußerlicher Anwendung ebenfalls als Adstringens (zusammenziehendes Mittel); darüberhinaus gelten sie in der Volksmedizin als Antidiabetikum, obwohl weder über die Droge noch über das "Glukokinin" Neomyrtillin in dieser Hinsicht gesicherte Kenntnisse, insbesondere keine neueren Untersuchungen vorliegen.

Nebenwirkung:
Für Heidelbeerblätter sind in der älteren Literatur (tierexperimentell bei hoher Dosierung) schwerwiegende Vergiftungen beschrieben.
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind für die Früchte keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Anwendung:
Anwendungsgebiete:
Bei leichteren unspezifischen Durchfallerkrankungen.
Dosierung und Art der Anwendung:
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: 1-2 Eßlöffel getrocknete Früchte als Einzeldosis; Tagesdosis 20 g - 60 g.
Sollten die Durchfälle länger als 3 - 4 Tage andauern, ist ein Arzt aufzusuchen.
Art der Anwendung: Zur lokalen Therapie leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut wird ein Dekokt 10% (Absud) angewendet.
Empfohlene Tagesdosis sind 20 - 60 g der Droge.

Besondere Hinweise:
  • Sollten die Durchfälle länger als 3 - 4 Tage andauern, ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Ihre Verwendung kann in Hinblick auf mögliche Risiken und nicht belegter Wirksamkeit als Antidiabetikum, für die Behandlung von Diabetis nicht vertreten werden.
  • Wirkstoff/Droge:
    Heidelbeerfrüchte und -blätter bestehend aus den getrockneten Früchten und Blättern von Vaccinium myrtillus LINNÉ in wirksamer Dosierung.
    Die Droge der Früchte enthält Catechingerbstoffe, Pektine, Fruchtsäuren, Invertzucker, Flavonoide und Anthocyanoside.
    Die Droge der Heidelbeerblätter enthält Catechingerbstoffe, Flavonoide und Leucoanthocyane, Iridoide, Phenolcarbonsäuren und Chinolizin-Alkaloide.

    Literatur:
  • Bundesanzeiger
  • Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6. Auflage ; Gustav Fischer Verlag
  • Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
  • "Die besseren Pillen - Band 2" ; Mosaik Verlag
  • Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
  • Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag

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