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Erdrauch, Gemeiner

Erdrauch, Gemeiner
Bild-Quelle: "Die große Enzyklopädie der Wildpflanzen" ; Karl Müller Verlag

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Name:
Erdrauch, Gemeiner
Botanischer Name:
Fumaria officinalis LINNÉ
Umgangssprachlicher Name:
Feldraute
Sonstige, umgangssprachliche Namen:
Finsterkraut
Grindkraut
Krätzekraut
Erdgalle
Brutkraut
Ful Gret
Taubenkerbel
Sperrmäuler
Katzekirwel
Fenchelkraut
Wille Rute
Butterbrötla
Taubenkropf

Beschreibung:
Der zu den Erdrauchgewächsen zählende Gemeine Erdrauch ist eine 30 cm hohe kahle, einjährige, blaugrünbereifte, ein- oder mehrstengelige Pflanze. Der etwas gerillte Stengel ist aufrecht, jedoch schwach und fast klimmend. Die Blattspreite der wechselständigen, gestielten Laubblätter ist doppelt gefiedert und hat 2 - 3 mm breite Zipfel. Die Blüten sind in mehreren 10- bis 50blütigen, blattachselständigen Trauben angeordnet, die den Blättern gegenüberstehen. Die Kelchblätter sind 2 - 3 mm lang, eiförmig-lanzettlich und gezähnt. Sie sind um ein Drittel kleiner als die Krone (ohne Sporn). Die 4 Kronblätter stehen in zwei Kreisen. Das eine der beiden äußeren, purpurroten, an der Spitze dunkelroten bis schwarzen Kronblätter, hat einen kurzen, stumpfen Sporn. Die inneren Kronblätter sind an der Spitze verwachsen und genauso gefärbt wie die äußeren. Das eine der beiden dreiteiligen Staubblätter ragt bis zum Sporn, wo es Nektar absondert, um Insekten zur Bestäubung anzulocken. Oft erfolgt aber auch Selbstbestäubung. Aus dem aus zwei Fruchtblättern entstandenen Fruchtknoten, wird ein kugeliges, 2 - 3 mm breites Nüßchen.
Blütezeit: April bis Oktober
Sammelgut: Kraut
Sammelzeit: Mai bis August

Vorkommen:
Herkunft: Europa, Asien
Standort: Äcker, Schuttplätze, Gartenland, Mauern, Straßenränder, Weingärten

Wirkung:
Für Erdrauchkraut sind leichte spasmolytische (krampflösende) Effekte im oberen Verdauungstrakt, insbesondere im Bereich der Gallenwege, erwiesen. Ebenso wirkt die Droge harntreibend. Der Droge zugeschriebene schwach diuretische (harntreibend) oder laxierende (abführend) Wirkungen sind nicht hinreichend belegt.

Nebenwirkung:
Keine bekannt.

Anwendung:
Anwendungsgebiete:
Erdrauchkraut: Anwendungsgebiete: krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenblase und der Gallenwege sowie des Magen-Darm-Traktes.
Dosierung und Art der Anwendung:
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Mittlere Tagesdosis: 6 g Droge; Zubereitungen entsprechend.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge und deren galenische Zubereitung zum Einnehmen.

Besondere Hinweise:
Keine

Wirkstoff/Droge:
Verschiedene Benzylisochinolalkaloide mit dem Hauptalkaloid Protopin, daneben Aminosäuren, Bitterstoffe und Flavanoide.

Literatur:
  • Bundesanzeiger
  • Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6. Auflage ; Gustav Fischer Verlag
  • Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
  • Maurice Mességué "Das Mességué Heilkräuter Lexikon" ; Verlag Fritz Molden
  • Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
  • Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag

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