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Blutwurz

Blutwurz
Bild-Quelle: Kruedener, Stephanie u. a.: Arzneipflanzen altbekannt und neu entdeckt. Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, 1993

Name:
Blutwurz
Botanischer Name:
Potentilla erecta (L.) RAEUSCHEL
Umgangssprachlicher Name:
Tormentille
Sonstige, umgangssprachliche Namen:
Tormentill
Turmentill
Dermendill
Tarpentill
Aufrechtes Fingerkraut
Rohrwurz
Rotwurz
Birkwurz
Blutbrech
Blutkraut
Roter Günsel
Buchwehwurzen
Ruhrwurz
Düwelsabbiß

Beschreibung:
Der bis zu 30 cm hohe, behaarte Blutwurz gehört zur Familie der Rosengewächse. Er überwintert mit einem fingerdicken, unregelmäßig knolligen, verholzten, außen dunkelbraunen, innen blutroten Wurzelstock. Er treibt mehrere aufrechte Stengel aus. Die langen, dünngestielten, aus 3 rundlich- bis eiförmigen, tiefgesägten, nach der Basis zu schmaler werdenden Blättchen zusammengesetzten Grundblätter verwelken noch vor der Blüte. Die sitzenden, bis 3 cm langen, dreizähligen Stengelblätter, sind lanzettlich und an der Basis keilförmig. Von der Mitte an haben sie scharfe, abstehende Zähne. Die grundständigen Nebenblätter haben ganzrandige, lanzettlich zugespitzte Öhrchen. Die stengelständigen Nebenblätter sind 3- bis 7teilig, fingerig und viel größer. Die einzeln an den Knoten stehenden gelben Blüten sind langgestielt, vierzählig und ca. 1 cm breit. Die Außenkelchblätter sind länglich bis eiförmig. Die locker behaarten, lanzettlich- bis eiförmigen Kelchblätter sind meist kürzer und breiter. Die gelben, am Grund etwas dunkleren Kronblätter sind meist nur wenig länger als der Kelch, verkehrt-herzförmig und vorne deutlich ausgerandet. Die 15-20 Staubblätter sind etwas kürzer als die Krone. Die zahlreichen Fruchtblätter, aus denen sich nußartige Früchtchen entwickeln, besitzen kurze Griffel. Die Pflanze ist sehr vielgestaltig, es wird deshalb zwischen verschiedenen Varietäten unterschieden.
Blütezeit: Juni bis August
Sammelgut: Wurzelstock
Sammelzeit: März bis April und September bis Oktober

Vorkommen:
Herkunft: Europa, Westasien
Standort: Lichte Wälder, Waldwiesen, Weiden, Heiden, Bergwiesen, Torfmoore

Wirkung:
Die Droge wirkt stark adstringierend (zusammenziehend), blutstillend, spasmolytisch (krampflösend) und entgiftend.

Nebenwirkung:
Wegen des hohen Gerbstoffgehaltes kann es bei innerlicher Anwendung gelegentlich zu Magenbeschwerden bis hin zum Erbrechen kommen.

Anwendung:
Anwendungsgebiete:
Innerlich bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen; äußerlich bei Schleimhautaffektionen (Schleimhauterkrankungen) des Mundes und des Rachens (Gingivitis, Glossitis, Stomatitis).
Dosierung und Art der Anwendung:
Soweit nicht anders verordnet:
Innerliche Anwendung: Als mittlere Tagesdosis 4 bis 6 g der pulverisierten Droge, auch als Aufschwemmung in Rotwein.
Äußerliche Anwendung: Tinctura Tormentillae unverdünnt zum Pinseln oder 10 Tropfen auf ein Glas Wasser.
Hinweis:
Sollten die Durchfälle länger als 3 - 4 Tage andauern, ist ein Arzt aufzusuchen.

Besondere Hinweise:
Bei empfindlichen Patienten können Magenbeschwerden auftreten.

Wirkstoff/Droge:
Tormentillenwurzel bestehend aus getrocknetem Wurzelstock von Potentilla erecta in wirksamer Dosierung.
Die Droge enthält Catechingerbstoffe; auch einen geringen Anteil an hydrolysierbaren Gerbstoffen.

Literatur:
  • Bundesanzeiger
  • Inge Lindt "Naturheilkunde" ; Buch und Zeit Verlags GMBH Köln
  • Maurice Mességué "Das Mességué Heilkräuter Lexikon" ; Verlag Fritz Molden
  • Schmeil, Fitschen "Flora von Deutschland" ; Quelle & Meyer Verlag Heidelberg
  • Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6.Auflage ; Gustav Fischer Verlag
  • Dörfler, Roselt "Unsere Heilpflanzen" ; Frankh Verlag Stuttgart
  • Dieter Podlech "GU-Naturführer - Heilpflanzen" ; Gräfe und Unzer Verlag

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