Bad Heilbrunner   Forschungsstelle für Gesundheitserziehung Bad Heilbrunner Gesundheitsdatenbank Ihre Servicedatenbank zu den Themenbereichen Selbstmedikation, Heilpflanzen, Gesundheit und Umwelt!
» Startseite   » Selbstmedikationsdatenbank   » Biotin (Vitamin H)

Biotin (Vitamin H)

Biotin/Vitamin H
Bild-Quelle: Forschungsstelle für Gesundheitserziehung (Universität Köln)

Name:
Biotin
Vitamin H

Beschreibung:
Biotin ist ein Harnstoffderivat mit einem Tetrahydrothiophenring.
Biotin wird durch Einwirkung von Oxidationsmittel und UV-Licht zerstört, ist jedoch hitze-, säure- und alkalibeständig.

Vorkommen:
Biotin kommt in allen Zellen vor.
Vitaminquellen: Bierhefe, Leber, Nieren, Erd- und Walnüsse, Mandarinen, Eigelb, Kohlgemüse und Hülsenfrüchte besonders reichlich.

Wirkung:
Das Enzym Biotin überträgt Carboxylgruppen. Unter Mithilfe von ATP nimmt das Biotin Kohlendioxid auf und gibt dieses an Acetyl-CoA ab. Biotin-abhängige Enzyme haben Funktionen beim Auf- und Abbau von Fettsäuren, bei der Gluconeogenese (= Glucosesynthese) und dem Abbau einiger Aminosäuren.

Anwendung:
Bei gemischter Kost treten beim erwachsenen Menschen keine Mangelerscheinungen auf. Durch folgende Faktoren kann es zu Biotin-Mangelerscheinungen kommen:
  • Anwendung von Antiepileptika, Verzehr großer Mengen roher Eier (enthalten Avidin, ein Biotin-Hemmstoff).
  • Bei hoher, langzeitiger Zufuhr von Avidin wurden folgende Symptome beobachtet: Dermatitis, Anorexie, Übelkeit, Depression, gestörter Fettstoffwechsel
  • chronischer Alkoholkonsum,
  • partielle Darmentfernung
  • parenterale Ernährung
  • angeborener Mangel der Biotinenzyme (Biotinidase), die zur Biotinverwertung gebraucht werden.
  • Hinweis:
    Bei Säuglingen kann es durch einen niedrigen Biotingehalt in der Muttermilch und durch Verdauungsbeschwerden zu einem Biotinmangel kommen. Das Auftreten eines plötzlichen Todes im Kindesalter (sudden infant death syndrome) wird mit Biotinmangel und mit Streß in Verbindung gebracht. Der Tagesbedarf an Biotin liegt bei 0,1 - 0,2 mg (momentaner Stand der Forschung).

    Besondere Hinweise:
  • Zur Toxizität einer hohen Biotinaufnahme beim Menschen liegen keine Berichte vor.
  • Vitaminverluste durch Licht und Wasser.
  • Bedarf:
    Empfehlungen/Schätzwerte pro Tag:
  • Säuglinge: (< 1 Jahr): 10 - 15 µg
  • Kinder (< 10 Jahre): 20 - 30 µg
  • Jugend/Erwachsene: 20 - 100 µg
  • Literatur:
  • Bundesanzeiger
  • Mutschler E., Arzneimittelwirkungen, 6. Auflage 1991
  • Danz A., Klein K., Reihe praktische Gesundheitsförderung - Vitamine, Schneider Verlag Hohengehren

  • ... zurück zum Anfang der Seite


    » Links   » Lesezeichen   » Impressum   » Disclaimer/Haftungsausschluss