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Aloe

Aloe
Bild-Quelle: Kruedener, Stephanie u. a.: Arzneipflanzen altbekannt und neu entdeckt. Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, 1993

Name:
Aloe
Botanischer Name:
Aloe barbadensis MILLER
Umgangssprachlicher Name:
Aloe vera
Sonstige, umgangssprachliche Namen:
Kap-Aloe
Curacao-Aloe
Aloe barbadensis
Aloe vera
Aloe ferox

Beschreibung:
Die zur Familie der Asphodelaceae gehörende baumähnliche Aloepflanze besitzt einen 1 - 2 m hohen, bis 10 cm dicken, unten kahlen, von abgefallenen Blättern genarbten Stamm. Oben am Stamm sitzt ein Schopf mit vielen fleischigen, bis zu 50 cm langen und 3 cm breiten Blättern. Diese sind am Grunde flach, zur Spitze rinnig, unterseits gewölbt, bläulichgrün und sind am Rand mit gekrümmten Zähnen besetzt. Der aus dem Blattschopf entspringende Blütenschaft ist bis zu 1 m lang und besitzt schuppige, halbstengelumfassende Hochblätter sowie zahlreiche, in einer endständigen Traube stehende, rot-purpurne, an der Spitze grünliche Blüten, deren Blütenstiele länger sind als die Hochblätter. Die Blüte besitzt sechs Staubblätter und einen oberständigen, dreifächrigen Fruchtknoten, mit länglichem Griffel und einfacher Narbe.

Vorkommen:
Herkunft:
A. ferox: Südafrika
A. barbadensis: Westindien, subtropisches Amerika

Wirkung:
Die Droge wirkt antiadsorptiv und aufgrund einer Volumenzunahme des Darminhalts und einer dadurch herbeigeführten Anregung der Darmperistaltik hydragog (stark abführend). Dem aus dem Mesophyll der Blätter von Aloe barbadensis (= Aloe vera) gewonnenen Aloe-vera-Gel werden antiphlogistische (entzündungshemmende), wundheilende und feuchtigkeitshaltende (Haut) Wirkungen zugesprochen.

Nebenwirkung:
In Einzelfällen krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. In diesen Fällen ist eine Dosisreduktion erforderlich. Bei chronischem Gebrauch (=Mißbrauch): Elektrolytverluste, insbesondere Kaliumverluste, Albuminurie(Ausscheidung von Eiweiß im Harn) und Hämaturie (Ausscheidung nicht zerfallener roter Blutkörperchen im Harn); Pigmenteinlagerung in die Darmschleimhaut (Pseudomelanosis coli), die jedoch harmlos ist und sich nach Absetzen der Droge in der Regel zurückbildet. Der Kaliumverlust kann zu Störungen der Herzfunktion und zu Muskelschwäche führen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Herzglykosiden, Diuretika (harntreibende Mittel) und Nebennierenrindensteroiden.

Anwendung:
Anwendungsgebiete:
Obstipation (Stuhlverstopfung)
Dosierung und Art der Anwendung:
Aloepulver, wäßrige, wäßrig-ethanolische Trocken-, Dick- und Fluidextrakte sowie methanolische Trockenextrakte zum Einnehmen. Soweit nicht anders verordnet: 20 - 30 mg Hydroxyanthracenderivate/Tag, berechnet als wasserfreies Aloin.
Die individuell richtige Dosierung ist die geringste, die erforderlich ist, um einen weichgeformten Stuhl zu erhalten.
Hinweis:
Die Darreichungsform sollte auch eine geringere als die übliche Tagesdosis erlauben.
Überdosierung:
Elektrolyt- und flüssigkeitsbilanzierende Maßnahmen.

Besondere Hinweise:
  • Im Laufe der Behandlung kann eine harmlose Rotfärbung des Harns auftreten.
  • Die Darreichungsform sollte auch eine geringere als die übliche Tagesdosis erlauben.
  • Gegenanzeigen: Darmverschluß, akut-entzündliche Erkrankungen des Darmes, z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa (schwerwiegende Dickdarmentzündung), Appendizitis (ugs. Blindarmentzündung), abdominale (im Unterleib gelegene) Schmerzen unbekannter Ursache. Kinder unter 12 Jahren. Aufgrund unzureichender toxikologischer Untersuchungen nicht anzuwenden in Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch: Stimulierende Abführmittel dürfen ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeiträume (mehr als 1 bis 2 Wochen) eingenommen werden.
  • Besondere Warnungen: Eine über die kurzdauernde Anwendung hinausgehende Einnahme stimulierender Abführmittel kann zu einer Verstärkung der Darmträgheit führen. Das Präparat sollte nur dann eingesetzt werden, wenn durch eine Ernährungsumstellung oder Quellstoffpräparate kein therapeutischer Effekt zu erzielen ist.
  • Wechselwirkungen: Bei chronischem Gebrauch (=Mißbrauch) ist durch Kaliummangel eine Verstärkung der Herzglykosidwirkung sowie eine Beeinflussung der Wirkung von Antiarrhythmika (Arzneimittel das den Herzrhythmus normalisiert) möglich. Kaliumverluste können durch Kombination mit Thiaziddiuretika, Nebennierenrindensteroiden und Süßholzwurzel verstärkt werden.
  • Wirkstoff/Droge:
    Curacao-Aloe, bestehend aus dem zur Trockne eingedickten Saft der Blätter von Aloe barbadensis MILLER, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.
    Kap-Aloe, bestehend aus dem zur Trockne eingedickten Saft der Blätter einiger Arten der Gattung Aloe, insbesondere von Aloe ferox MILLER und seiner Hybriden, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.
    Die Droge enthält Anthranoide, überwiegend vom Aloe-Emodin-Typ sowie Aloeharz mit Chromonderivaten. Kap-Aloe enthält außerdem Aloinoside.
    Die Drogen müssen dem gültigen Arzneibuch entsprechen.

    Literatur:
  • Bundesanzeiger
  • Braun, Frohne "Heilpflanzenlexikon", 6. Auflage; Gustav Fischer Verlag
  • Deutschmann, Hohmann, Sprecher, Stahl "Pharmazeutische Biologie - Drogenanalyse I: Morphologie und Anatomie", 3. Auflage; Gustav Fischer Verlag
  • Präparate:
  • Janssen Teebohnen N
  • Kräuter Lax A Dragées

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